Über uns

Wir, die Mitglieder des Political Science Center e.V., verstehen uns als gesellschaftlicher Akteur, dessen Ziel es ist, die Politikverdrossenheit in Deutschland zu bekämpfen. Zu diesem Zweck haben wir uns zu einem Verein zusammengeschlossen und wollen auf der Basis des Leitsatzes „Demokratie lebt von Teilhabe“ die politische Breitenbildung in der Bevölkerung fördern und versuchen politische inaktive Bürger für Politik zu begeistern.

Politik ist alltäglich. Ständig befinden wir uns in einer Umgebung, die von Politik beeinflusst wird. Wie teuer ist das Wasser, mit dem ich mich morgens Wasche? Warum werden Straßen oder Fahrradwege nie saniert? Welche Rechtssicherheit habe ich am Arbeitsplatz und was passiert wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere? Unser gesamtes gesellschaftliches Leben, unser Wohlstand ist nicht von Natur aus gegeben, sondern wird vom Menschen gemacht. Wer gestaltet die politischen Rahmenbedingungen und kümmert sich um diese und noch andere Fragen?

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ 1

Dieses unveränderliche Grundprinzip unseres demokratischen Systems ist der zentrale Anknüpfungspunkt unserer Arbeit. Damit das Volk diese Macht auch effektiv nutzen kann, bedarf es aber nicht nur der potentiellen Möglichkeit zur Partizipation, sondern vielmehr auch des Zugangs zu Informationen und Wissen, um gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen einschätzen zu können.

Wissen ist Macht! – es ermöglicht erst den Zugang zur politischen Partizipation und zeigt dem Einzelnen die damit verbundenen Chancen zur gesellschaftlichen und demokratischen Teilhabe auf. So erhöht Wissen oder Bildung auf der einen Seite die Wahlbeteiligung 2 und mindert auf der anderen Seite die Gefahr, dass Demokratie verblasst oder aus ihr eine Tyrannei der Mehrheit wird, in der aufgrund mangelnder Informationen falsche Entscheidungen getroffen werden. Die in den 70er Jahren aufgekommene Befürchtung, dass die Demokratien westlichen Vorbilds in der Krise stecken und schleichend die Unterstützung ihrer Bürger verlieren ist noch immer aktuell.

Das Erlernen demokratischer Prinzipien ist ein fundamental wichtiger Teil des Bildungsauftrages, der insbesondere auch junge Erwachsene erfassen sollte. Während derzeit viele Menschen des arabischen Raumes elementare demokratische Rechte blutig erstreiten, sinkt hierzulande die Wahlbeteiligung und politische Partizipation 3 – ein guter Grund etwas Wissen über Demokratie zu vermitteln und damit die Chancen aufzuzeigen und Interesse zu wecken.

Folglich ist es unser Anliegen…

… das Bewusstsein des einzelnen Bürgers dafür zu schärfen, dass Politik jeden betrifft und es in seinem eigenem Interesse ist, sich mit Politik auseinanderzusetzen,
… das Verständnis dafür zu schaffen, wie politische Entscheidungen getroffen werden und somit die Lücke zwischen Souverän und Repräsentant zu verkürzen,
… die Menschen zu ermutigen, selbst aktiv zu werden und von ihren Partizipationsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.

Um dies zu verwirklichen, haben wir im August 2012 das Political Science Center ins Leben gerufen. Wir wollen mit einem Internetblog starten, auf dem wir politische Themen allgemeinverständlich präsentieren und diskutieren wollen. Mittelfristig arbeiten wir an einer Wanderausstellung zu politischen Themenfeldern, was langfristig zu einer Ortsfesten Ausstellung führen soll.

„Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.“ 4

Möchte man also eine funktionale demokratische Gesellschaft erhalten, ergibt sich ein Bildungsauftrag, dem man dadurch nachkommen kann, dass man den Bürgern entsprechende Erfahrungen ermöglicht. Ein modernes Ausstellungshaus muss kein Museum mit umfangreicher Sammlung beinhalten, sondern kann auch als reines Science Center bestand haben. Im Grundsatz soll Wissenschaft derart zugänglich gemacht werden, dass die Besucher selbst in gewisser Weise wissenschaftlich tätig werden und durch experimentieren und hautnahes erleben für den Forschungsgegenstand begeistert werden können. Jenes Konzept erstreckt sich in den weltweit etwa tausend Science Centern zum gegenwärtigen Zeitpunkt fast ausschließlich auf naturwissenschaftliche Fachbereiche.

Jene Beschränkung soll mit unserem Projekt aufgehoben werden. Wir wollen den erlebnisorientierten Ansatz des Science Centers für die Politikwissenschaft bzw. die Vermittlung von politischen Sachverhalten fruchtbar machen. Dies geschieht in Form von Themenfeldern und Exponaten, die es den Besuchern ermöglichen, Politik durch Anschauen, Anfassen und Mitmachen zu erfahren. Abgesehen von konkreten inhaltlichen Angeboten, werden wir Marketingformen zur Erreichung auch politisch desinteressierter Personen evaluieren und somit die Anschlussfähigkeit eines Science Centers mit dem Thema Politik an unpolitische Besucher herstellen. Den Schlüssel für die Aktivierung politikferner Besucher sehen wir in einer erlebnisorientierten, spannenden Ausstellung, der es gelingen muss politikwissenschaftliche Inhalte zu vermitteln und letztendlich langfristig Interesse für das Thema wecken. Gerade mit Blick auf die jüngeren Besucher sollte es das Ziel sein Hemmungen vor dem vermeintlich trockenen Thema Politik abzubauen.

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1 Heißt es in Art. 20, Abs. II des Grundgesetzes. Dieser Artikel ist von der Ewigkeitsklausel (Art. 79, Art. III GG) gegen grundsätzliche Veränderung geschützt.
2 Vgl. Rudzio, Wolfgang: „Das politische System der Bundesrepublik Deutschland“, 7., aktual. und erw. Aufl., Wiesbaden 2006, S.167.
3 Die Wahlbeteiligung ist seit 1998 rückläufig. Sie erreichte bei der Bundestagswahl 2009 einen Stand von 70,8% und damit den niedrigsten Wert seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Die Mitgliedszahlen in den deutschen Parteien haben sich seit 1990 nahezu halbiert (Vgl. Statistisches Bundesamt(Hrsg.): „Datenreport 2011 – Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“, Band I, Bonn 2011, S. 365 & 376).
4 Das Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben.

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